Ein berufliches Gymnasium vermittelt seinen Schülerinnen und Schülern auf dem Weg zur Allgemeinen Hochschulreife in besonderer Weise berufliche Kenntnisse und Einblicke in verschiedene Berufsfelder. So tauschten die Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Gymnasiums für Gesundheit und Soziales mit dem fachlichen Schwerpunkt Pädagogik für drei Wochen die Schulbank gegen einen Praktikumsplatz in sozialen, medizinischen oder pädagogischen Berufen. Ein besonderes Highlight war in diesem Jahr zum ersten Mal die Möglichkeit, das Schulpraktikum auf Malta zu absolvieren. Gefördert von der Studienstiftung Erasmus+ machten sechs Schülerinnen und Schüler von dieser Möglichkeit Gebrauch.
„Wir wollten im Ausland Erfahrungen sammeln“, beschreibt Leni Feldmann die Motivation für den ungewöhnlichen Praktikumsort. Zusammen mit Greta Hülsmann arbeitete sie in dieser Zeit in der Vorschule St.Angela in L-Imsida. Dort gehörten neben Basteln und Spielen mit den Kindern auch Hilfe beim Lernen oder Aufsicht führen zu den Aufgaben der Praktikantinnen. Beeindruckt zeigten sich Leni und Greta vom digitalen Lernen schon in der Vorschule. Ungewohnt war die christliche Ausrichtung des Kindergartens, die sich in häufigen Gebeten zeigte. Leni und Greta haben sich schnell eingelebt, getragen von einer herzlichen und offenen Atmosphäre. Am besten gefallen haben ihnen die Ausflüge mit den Gruppen.
Aaliyah Hemmingway ist eine der wenigen Schülerinnen, die bereits mit Vorkenntnissen zum Praktikum antrat. Sie hat eine Ausbildung als Rettungshelferin absolviert und unterstützt als solche ehrenamtlich das DRK. Da sie bereits volljährig ist, durfte sie nun im Praktikum bei der Rettungswache Harsewinkel weitere Erfahrungen sammeln. „Aaliyah hat sich sofort gut integriert“, berichtet Notfallsanitäter Nils Petermann. „Da sie bereits Vorkenntnisse hat, ist sie eine wirkliche Hilfe auf den Einsätzen.“ Aaliyah kann bereits Geräte bedienen, Infusionen aufziehen und kennt sich mit der Desinfektion des Rettungswagens aus. Auch die Kommunikation mit Patienten, die sich ja zumeist in einer psychischen Ausnahmesituation befinden, gelingt ihr gut. Für Aaliyah steht der Plan fest, nach dem Abitur ihre Ausbildung beim Rettungsdienst fortzusetzen und die dreijährige Ausbildung zum Notfallsanitäter zu machen.
Zurück in der Schule haben nun viele der Schülerinnen und Schüler ein festes Ziel vor Augen. Auch wenn mit dem Abitur viele Anstrengungen verbunden sind – sie wissen jetzt, wohin ihr Weg sie führen soll und wofür sich das Lernen lohnt.
Foto 1: Greta und Leni, Foto 2: Aaliyah

