„Ihr werdet gebraucht“

„Ihr werdet gebraucht“

Teilnehmende Experten und das Organisationsteam der Berufsorientierungswoche (v.l.n.r.) : Sylvia Sahl-Beck, Chiara Köhne, Kristin Antemann, Kerstin Müller-Pohlschmidt, Fabian Funke, Thomas Wetterkamp, Isabell Kleine-Hörstkamp, Daniela Henk, Gisela Mersmann und Dr. Stephanie Lütke-Brintrup. Es fehlt Ulrike Eselgrim.

Wie geht es nach dem Abitur weiter? Nie war die Fülle verschiedener Ausbildungswege oder Studienrichtungen so ausgeprägt wie heute. Am Beruflichen Gymnasium für Gesundheit und Soziales mit dem fachlichen Schwerpunkt Pädagogik hat daher die berufliche Orientierung einen hohen Stellenwert. Neben der unterrichtlichen Ausrichtung auf diese Berufsfelder gab jetzt eine Berufsorientierungswoche den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, durch Hospitationen und Expertengespräche direkten Einblick in verschiedene Berufsfelder und Einrichtungen zu erhalten.

Exkursionen führten die beiden Klassen der Stufe 12 unter anderem zu den Freckenhorster Werkstätten, wo sie mit Beschäftigten und Gruppenleitern ins Gespräch kamen. Besonders die Berichte der Gruppenleiter über ihren beruflichen Werdegang waren für die angehenden Abiturienten interessant, zeugten sie doch von manchmal verschlungenen Pfaden auf dem Weg zu einem erfüllenden Berufsleben. Im Josephs-Hospital in Warendorf erhielten die Schülerinnen und Schüler umfassende Informationen über die einzelnen medizinischen Einrichtungen und Fachabteilungen des  Jospehs-Hospitals.  Erstaunt zeigten sich die Schüler über die große Vielfalt der verschiedenen Berufe am Klinikum. Daneben stand ein Besuch im St. Rochus Hospital auf dem Programm. Mit der Fachklinik verbindet das Berufliche Gymnasium für Gesundheit und Soziales seit Jahren eine enge Kooperation. Ein Arzt, ein Sozialarbeiter, eine Psychologin, eine Leiterin der Pflegeabteilung, ein Ergotherapeut und ein Motopäde stellten ihre Berufe, ihre Tätigkeitsfelder und ihre Arbeitsplätze vor und standen den Schülerinnen und Schülern für viele Fragen zur Verfügung. Die Antworten zeigten die positiven Erfahrungen der täglichen Arbeit, thematisierten aber auch ehrlich und sehr persönlich  Herausforderungen. Diese vierstündige Berufsinformationsveranstaltung war super spannend und sehr informativ!“, zeigte sich Sophie Kramer (Schülerin der Jahrgangsstufe 12) begeistert.

Verschiedene „Experten“ folgten der Einladung ins Berufskolleg, um von ihrem beruflichen Werdegang und ihrem Arbeitsalltag zu berichten.  Kerstin Müller-Pohlschmidt, Sozialarbeiterin am LWL-Institut für Rehabilitation Gütersloh, Chiara Köhne, ehemalige Schülerin und jetzt Studentin der Sozialen Arbeit, Daniela Henk, Sonderpädagogin und Inklusionsfachberaterin und Autismus-Fachberaterin im Kreis Warendorf, Dr. Stephanie Lütke Brintrup, Fachärztin für Allgemeinmedizin und Thomas Wetterkamp, Leiter des Hauses der Generationen in Everswinkel, standen den Schülerinnen und Schülern in einer offenen Gesprächsrunde Rede und Antwort. Einig waren sich die Experten darin, dass sie ihre Berufe als abwechslungsreich und bereichernd empfinden. Sie empfahlen Praktika zur Bestätigung der Berufsentscheidung. Auch gaben sie den Schülerinnen und Schülern mit auf den Weg, dass in vielen sozialen, medizinischen und pädagogischen Berufen Arbeitskräfte händeringend gesucht werden. Katharina Brand (Schülerin) war begeistert von dem Expertentag: „Es wurden genau die Berufe angesprochen, die mich wirklich interessieren!“

Am Ende einer ereignisreichen und informativen Woche äußerte sich die Leiterin des Bildungsganges, Sylvia Sahl-Beck, auch dementsprechend zufrieden: “ ‚Ihr werdet gebraucht!‘, das ist für mich das positive, ermutigende und zukunftsweisende Fazit dieser Berufsorientierungswoche!“

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Von der Theorie zur digitalen Praxis

Von der Theorie zur digitalen Praxis

Ein Experte unterstützt bei den ersten Schritten im Buchhaltungsprogramm.

Durch eine Kooperation des Paul-Spiegel-Berufskollegs des Kreises Warendorf mit der Steuerberaterkammer Westfalen-Lippe wurden erstmals im Schuljahr 2017/18 die sogenannten „Fibu-Praxistage“ und „Praxistage Lohn und Gehalt“ durchgeführt. Die Veranstaltungen wurden an jeweils zwei Berufsschultagen durch Lehrkräfte des Paul-Spiegel-Berufskollegs sowie durch Praktiker aus der Steuerberatungsbranche moderiert. Die Hauptintention lag hierbei klar in der engen Verzahnung zwischen den schulischen Unterrichtsinhalten und der praktischen Umsetzung mit Hilfe einschlägiger Softwarelösungen in den PC-Räumen des Berufskollegs.

Zu Beginn ihrer Berufsausbildung erhielten die Schülerinnen und Schüler des ersten Ausbildungsjahres einen weitreichenden Einblick in die Grundlagen der Finanzbuchhaltung (Fibu) durch die „Fibu-Praxistage“. Dabei erarbeiteten sich die Auszubildenden anhand von zwei fiktiven Mandantenfällen die Übersetzung von betrieblichen Geschäftsvorfällen in Buchungssätze der „doppelten Buchführung“. Die Dokumentation erfolgte jedoch nicht nur papierbasiert, sondern in der Umgebung eines Finanzbuchhaltungsprogramms, mit dem anschließend eine schnelle Datenauswertung anhand von Zwischen- und Jahresabschlüssen veranschaulicht werden konnte. Im Ergebnis profitierten die Auszubildenden von dieser Veranstaltung in zweifacher Hinsicht. Einerseits wurde ein erstes Fundament für zentrale Säulen des Rechnungswesenunterrichts gelegt. Zum anderen wurde die Handlungssicherheit der Berufsanfänger gefördert, die bei der Übernahme von ersten verantwortungsvollen Aufgaben in den Steuerberatungskanzleien notwendig ist.

Die „Praxistage Lohn und Gehalt“ wurden zum Ende des ersten Schulhalbjahres für die Schülerinnen und Schülern der Mittelstufe durchgeführt. Schwerpunkt dieser Veranstaltung war insbesondere die softwaregestützte Erstellung von Lohn- und Gehaltsabrechnungen für verschiedene Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unter Berücksichtigung individueller Besonderheiten (z.B. der Gestellung eines Firmenwagens, der Abrechnung von Reisekosten oder der langfristigen Erkrankung von Mitarbeitern). Dabei konnte das zuvor im ersten Schulhalbjahr erworbene Fachwissen mit Hilfe eines Experten aus der Lohn- und Gehaltsbuchhaltungspraxis in realistischer Arbeitsumgebung angewendet werden. Neben dem Vorteil dieses Wissenstransfers, ist die Teilnahme an den „Praxistagen Lohn- und Gehalt“ wichtiger Bestandteil einer Zusatzqualifikation für den Bereich „Lohn und Gehalt“, die ebenfalls am Paul-Spiegel-Berufskolleg seit diesem Schuljahr durchgeführt und durch die Steuerberaterkammer Westfalen-Lippe zertifiziert wird.

Aufgrund der durchweg positiven Rückmeldungen der Auszubildenden, die abschließend ihre Teilnahmebescheinigungen in den Händen halten konnten, sollen die „Praxistage“ auch zukünftig fester Bestandteil des Bildungsgangprogramms der Steuerfachangestellten am Paul-Spiegel-Berufskollegs sein.

11. Gesundheitstag am Paul-Spiegel Berufskolleg

11. Gesundheitstag am Paul-Spiegel Berufskolleg

Aufklärung gab es am Gesundheitstag des Paul-Spiegel-Berufskollegs unter anderem zum Thema Zuckerkrankheit (im Bild von links die Schülerinnen der FOS O4 Lea Ruhe, Nadine Krumkamp, Maria Tegelkamp, Kathrin Sechelmann mit Schulleiter Udo Lakemper)

Mit viel Engagement, Fleiß und Freude organisierten die Schülerinnen und Schüler der Fachoberschule für Gesundheit und Soziales den Gesundheitstag des laufenden Schuljahres. Die Klassen des Paul-Spiegel-Berufskollegs konnten sich an den unterschiedlichen interaktiven Stationen über gesundheitsförderndes und gesundheitsschädigendes Verhalten informieren. So wurde das Thema „ Psychische Störungen“ in Form einer Therapiesitzung vermittelt und das Krankheitsbild Diabetes mellitus anhand eines Interviews mit einer jugendlichen Betroffenen verdeutlicht. Durch einen  nachgebauten Darmeingang konnten die Schülerinnen und Schüler buchstäblich in das Thema „Darm mit Charme“ eintreten.

Auch um gesunde Ernährung und die Bedeutung von Nahrungsergänzungsmitteln ging es. Diese Präsentation wurde durch die Klasse der Berufsfachschule für Ernährung und Versorgungsmanagement unterstützt. Sie hatten im Rahmen des Unterrichts leckere Bananenmilch und Müslibecher zubereitet.

Die Klassen FOS O1 und FOS O4 hatten die Aktion im Fachunterricht Gesundheitswissenschaften und an zwei Projekttagen inhaltlich geplant und vorbereitet. Fachliteratur sichten, Präsentationen gestalten und Aktionen zum Mitmachen planen waren nur einige von zahlreichen Aufgaben, die die Schülerinnen und Schüler selbstständig bewältigt haben. Wie in jedem Jahr endete der Gesundheitstag mit der Erkenntnis, dass Organisationsvermögen und Teamfähigkeit gefordert waren und viele Erfahrungen gesammelt werden konnten. „Es war ein spannender und lehrreicher Tag“, bilanzierten die Schülerinnen und Schüler der FOS.

Trends in der Möbelbranche

Trends in der Möbelbranche

Die Tischler-Auszubildenden auf der Internationalen Möbelmesse in Köln

Die Schülerinnen und Schüler der Tischler-Mittel- und -Oberstufe des Paul-Spiegel-Berufskollegs besuchten vor Kurzem die Internationale Möbelmesse in Köln.

Die imm cologne ist die wichtigste und größte Einrichtungsmesse der Welt. Präsentiert wurden die neuen internationalen Möbel- und Einrichtungstrends und zahlreiche Innovationen. Dazu bot die Messe auch dem Design-Nachwuchs eine wirkungsvolle Plattform.

Die Schülerinnen und Schüler hatten ausgiebig Gelegenheit Produkte zu testen und Ideen für den Entwurf der Gesellenstücke zu sammeln.

Zwangsvollstreckung als Expertenthema am Paul-Spiegel-Berufskolleg

Zwangsvollstreckung als Expertenthema am Paul-Spiegel-Berufskolleg

Gerichtsvollzieherin Annette Averbeck (ganz links neben Klassenlehrerin Maureen Hennig) mit den Schülerinnen der Ausbildungsklasse Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte REO1

Mit Pfandsiegeln in der Hand besuchte die Gerichtsvollzieherin des Amtsgerichts Warendorf, Frau Annette Averbeck, das Paul-Spiegel-Berufskolleg in Warendorf. Es bestand jedoch kein Grund zur Beunruhigung, denn Frau Averbeck folgte der Einladung des Bildungsgangs der Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten zu einem Expertengespräch mit den Auszubildenden der Oberstufe REO1.

Frau Averbeck stand den Schülerinnen zu fachlichen Themen der Zwangsvollstreckung, zu Unterrichtsinhalten und auch zu ihrem Berufsleben Rede und Antwort. Durch ihre Erfahrungsberichte aus dem spannenden Alltag einer Gerichtsvollzieherin gelang es ihr, die anspruchsvolle rechtliche Materie verständlich und lebensnah zu vermitteln. Die Auszubildenden erfuhren Wissenswertes über den beruflichen Werdegang der Expertin und ihre Erfahrungen bezüglich der Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt und der Polizei. Der respektvolle Umgang mit Schuldnern ist ihr spürbar eine Herzensangelegenheit, was die Schülerinnen tief beeindruckte. Frau Averbeck stellte deutlich klar, dass „hinter jedem einzelnen Zwangsvollstreckungsauftrag menschliche Schicksale stecken“ und neben einer erfolgreichen Pfändung vor allem immer auf eine für alle Seiten vertretbare Lösung hingearbeitet werde  Auch die Fachlehrer Axel Schmidt und Maureen Hennig zeigten sich erfreut über die Bereitschaft von Frau Gerichtsvollzieherin Averbeck, als Expertin am Paul-Spiegel-Berufskolleg Warendorf zu referieren: „Insbesondere für die Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten stellt eine solche Verknüpfung von Theorie und Praxis für den rechtskundlichen Fachunterricht eine tolle Möglichkeit dar, um den im Lehrplan geforderten Berufsbezug des schulischen theoretischen Teils zu erhöhen“.

Differenzierungskurs des Berufl. Gymnasiums besuchte Amtsgericht

Differenzierungskurs des Berufl. Gymnasiums besuchte Amtsgericht

Die beobachteten Verhandlungen sorgten für angeregte Diskussionen unter den Schülerinnen und Schülern des Differenzierungskurses „Wirtschaftsrecht“

Das Amtsgericht Warendorf war Ziel eines Unterrichtsganges der Schülerinnen und Schüler des Differenzierungskurses „Wirtschaftsrecht“ der Stufe 13 des Beruflichen Gymnasiums für Wirtschaft und Verwaltung am Paul-Spiegel-Berufskolleg. Begleitet von ihrer Fachlehrerin Alexandra Giese sahen sich die zukünftigen Abiturientinnen und Abiturienten Strafverhandlungen an. Im Differenzierungskurs war zuvor das Erwachsenenstrafrecht behandelt worden. Die Lerngruppe hatte einen Überblick über die verschiedenen Straftheorien und ihre wichtigsten Vertreter erhalten. Auch der Aufbau einer Straftat und deren Rechtsfolgen wurden thematisiert und mit konkreten Fällen veranschaulicht.  Auf diese Weise vorbereitet konnten die Schülerinnen und Schüler den Verhandlungen zu den Delikten Hehlerei, Verbreitung pornographischer Schriften, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Körperverletzung gut folgen. Da ursprünglich sechs Verhandlungen anberaumt waren, aber nur vier stattfanden, blieb noch ausreichend Zeit, um der Richterin einige spannende Fragen zu stellen und kontrovers zu diskutieren. Auch während der Verhandlungspausen diskutierten die Schülerinnen und Schüler untereinander und versuchten, die gefällten Urteile juristisch nachzuvollziehen. Auf dem Rückweg zur Schule waren die Verhandlungen immer noch vorherrschendes Gesprächsthema. Dabei wurde deutlich, dass die Meinungen zu Recht und Schuld recht verschieden ausfielen, passend zum Zitat von Aristoteles: „Denn das Recht ist nichts anderes als die in der staatlichen Gemeinschaft herrschende Ordnung, und eben dieses Recht ist es auch, dass darüber entscheidet, was gerecht ist.“