Bild: Die niederländischen und deutschen Auszubildenden trafen sich zum intensiven fachlichen Austausch über viele Themen der Landwirtschaft

Im Rahmen des Interreg-Projektes haben sich die landwirtschaftlichen Oberstufenklassen des Paul-Spiegel-Berufskollegs (Beruf: Landwirt/in, Schwerpunkt: Schweinehaltung) und des niederländischen zone.college (Beruf: Loonwerker) auch in diesem Frühjahr wieder getroffen. Zuerst ging es für die Auszubildenden aus Warendorf in die Niederlande, zum Lohnunternehmen Volker in De Lutte. Das Unternehmen bietet zum einen Bauarbeiten sowie landwirtschaftliche Lohnarbeiten aller Art (Bodenbearbeitung, Aussaat, Düngung, Pflanzenschutz, Erntetechnik) an. Darüber hinaus laufen hier verschiedene Versuche zu den Themen Precision Farming, Nährstoff- und Wassereffizienz in Ackerbau und Grünlandwirtschaft. Nach einschneidenden Änderungen im niederländischen Düngeregelwerk will sich das Lohnunternehmen Volker an der Modernisierung der niederländischen Landwirtschaft im Hinblick auf eine nährstoffeffizientere Landwirtschaft beteiligen und organisiert auch Lehrgänge für die lokalen Landwirte und Landwirtinnen.

Die niederländischen und deutschen Auszubildenden haben sich an diesem Tag unter anderem mit der Erstellung von Bodenkarten mit Hilfe des SoilXplorers beschäftigt. Dieser Bodensensor scannt während der Fahrt über den Acker die elektrische Leitfähigkeit des Bodens und kann somit Aussagen über Bodenart, Feuchtigkeit und Verdichtung machen. So können verschiedene Bodenzonen innerhalb eines Feldes identifiziert und separat auf ihre Nährstoffgehalte und -zusammensetzung untersucht werden. Im Endeffekt können dann bei Aussaat und Düngung die verschiedenen Bereiche berücksichtigt werden – da, wo viele Nährstoffe sind und eine gute Bodenstruktur vorliegt, kann man mit der Aussaatstärke nach oben gehen und es muss ggfs. weniger/anders gedüngt werden. In anderen Bereichen können wiederum Saatgut und Nährstoffe eingespart werden.

Weitere Themen waren die Herstellung eines Komposttees als Bodenaktivator und der Einsatz von Drohnen für einen effizienteren Einsatz von Pflanzenschutzmitteln (die Drohne erkennt das Unkraut, erstellt eine Applikationskarte und die Feldspritze weiß, wo sie spritzen muss und wo nicht).

Beim Gegenbesuch der Niederländer eine Woche später auf dem Gelände der Maschinengemeinschaft Freckenhorst arbeiteten die Auszubildenden in gemischten Kleingruppen an verschiedenen Geräten und Maschinen. Jan Büscher und sein Team von der Maschinengemeinschaft Freckenhorst hatten die Vorbereitung und Durchführung des Projekttages tatkräftig unterstützt.

Am Düngerstreuer diskutierte eine Gruppe über Einsatzgewohnheiten verschiedener Mineraldünger in beiden Ländern. Der Düngerstreuer wurde anschließend von den Schülern für einen Einsatz vorbereitet, eingestellt und die auszubringende Menge mit Hilfe einer Abdrehprobe überprüft.

Die Sämaschine musste für eine Winterweizenaussaat vorbereitet werden, wobei Getreidebau bei den niederländischen im Gegensatz zu den deutschen Auszubildenden auf den Betrieben keine Rolle spielt. Die Gründe hierfür mussten natürlich besprochen werden. An einer von der DEULA für diesen Tag gestellten Feldspritze konnte der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Flüssigdünger simuliert werden.

Durch die Übungen rund um Schlepper und Maschinen kamen die Schülerinnen und Schüler schnell ins Gespräch über sich, ihre jeweiligen Ausbildungen und natürlich ihre Erfahrungen mit Landmaschinen und Anbaugeräten. Es wurde in diversen Sprachen sowie mit Händen und Füßen kommuniziert und diskutiert – ein gutes Beispiel für die grenzübergreifende Zusammenarbeit von Landwirten und Landwirtinnen in Deutschland und den Niederlanden.