Hoch hinaus aus eigener Kraft

Hoch hinaus aus eigener Kraft

Zum Abschluss des vergangenen Schuljahres erlebten die Schüler der Internationalen Förderklasse IFK2 gemeinsam mit ihrem Sportlehrer Fabian Funk einen besonderen Tag im Big Wall Klettercentrum Münsterland in Senden-Bösensell. Das gesicherte Klettern in der Wand war für alle Schüler eine neue Erfahrung, wobei sie feststellen mussten, dass Klettern nicht nur Muskeln und Geschicklichkeit, sondern auch Konzentration und Vertrauen erfordert. Angeleitet von einem professionellen Trainer ging es nach einer Einweisung in das Sichern hoch hinaus. Sein Fazit: „Das ist eine sehr aufmerksame und interessierte Gruppe.“ Ermöglicht wurde dieser Ausflug vom Interkulturellen Treff Warendorf unter der Leitung von Stefan Molz (2.v.l.) Am Ende waren sich alle einig: „Es war ein toller Tag!“

Interkulturelles Fußballturnier der IFK 2 und der HTEO1

Interkulturelles Fußballturnier der IFK 2 und der HTEO1

Die neu zugewanderten Schülerinnen und Schüler äußern häufig den Wunsch, in Kontakt mit deutschen Jugendlichen zu kommen, was sich aber aufgrund der Sprachbarrieren oftmals als große Hürde erweist. Dass eine Verständigung aber auch ohne viele Worte möglich ist, zeigte sich beim 1. Interkulturellen Fußballturnier, das von der FSJlerin Diana Karpov organisiert wurde. Hoch motiviert kämpften die Schüler aus der Internationalen Förderklasse und der Oberstufe der Höheren Berufsfachschule Elektrotechnik in gemischten Teams um den Sieg. Dabei zeigte sich, dass Teamsport nicht nur Spaß macht, sondern auch soziale  Kompetenzen wie Teamgeist, Respekt, Toleranz und Fairness vermittelt. Im nächsten Schuljahr soll deshalb wieder ein Interkulturelles Fußballturnier stattfinden, dann vielleicht mit weiteren Klassen.

Eine große Chance

Eine große Chance

Moritz Wehmschulte, Matthias Ruch, Kinza Rizvi, Maheen Rizvi, Boubacar Sow, Siranush Karapetjan, Udo Lakemper (Schulleiter), Insa Busch, Romina Gonsior, Carolin Herbst (Abteilungsleitung) (v.l.n.r.)

Sie haben es geschafft: Die vier Schülerinnen und Schüler Siranush Karapetjan, Kinza Rizvi, Maheen Rizvi und Boubacar Sow aus der Internationalen Förderklasse des Paul-Spiegel-Berufskollegs haben nicht nur ihren Hauptschulabschluss Klasse 9 in der Tasche, sondern freuen sich zusammen mit ihren Lehrkräften auch über die bestandene Leistungsfeststellungsprüfung. Eine große Chance, bedeutet dies doch die Möglichkeit, ein Schuljahr überspringen zu können und damit schneller an ihr Ziel zu kommen.

Einfach war die Prüfung nicht. Schließlich mussten Klausuren in den Fächern Wirtschaft und Verwaltung, Englisch, Mathematik und Deutsch geschrieben werden – und das auf dem Niveau des nächst höheren Schulabschlusses. Das Angebot richtete sich deshalb an besonders leistungsstarke Schülerinnen und Schüler, die im Frühjahr von der Klassenkonferenz ausgewählt und anschließend im Rahmen eines individuellen Förderunterrichts gezielt auf die Prüfungsanforderungen vorbereitet wurden.

„Die Leistungsfeststellungsprüfung, die eine Besonderheit in der Internationalen Förderklasse darstellt, ist eine hervorragende Möglichkeit für unsere neu zugewanderten Schülerinnen und Schüler, ihre Bildungswege zu verkürzen. Wir wünschen den Absolventen alles Gute für ihre schulische und berufliche Zukunft“, so Schulleiter Udo Lakemper.

Nicht nur für die Schule, sondern für das Leben lernen – Betriebspraktikum der Internationalen Förderklassen

Nicht nur für die Schule, sondern für das Leben lernen – Betriebspraktikum der Internationalen Förderklassen

Khanu Jimo durfte im Haarstudio My Look in Warendorf praktische Erfahrungen sammeln

Um den wirklichen Berufsalltag kennenzulernen, reicht es nicht, die Nase in ein Buch zu stecken. Aus diesem Grund blieben im Mai 2019 zwei Klassenräume im Paul-Spiegel-Berufskolleg leer: Die Schülerinnen und Schüler der Internationalen Förder­klassen sammelten drei Wochen lang berufliche Erfahrungen in lokalen Unternehmen unterschiedlicher Branchen. Das Spektrum der gewählten Berufsfelder spiegelt dabei die vielfältigen Interessen der Lernenden wieder: Vom Kindergarten bis zur Seniorenpflege, vom Friseursalon bis zum Vollsortimenter reichten die Praktikumsbetriebe. Eine Praxis für Allgemeinmedizin oder das Universitätsklinikum Münster waren ebenso vertreten wie soziale Einrichtungen oder Unternehmen des Einzelhandels und der Gastronomie.

Nach der Rückkehr in die Schule sind alle Schülerinnen und Schüler nicht nur um Praxis- bzw. Berufserfahrung reicher, sondern auch um ein Stück Lebenserfahrung. Die Lernenden äußerten sich mehrheitlich positiv bis begeistert. Das Praktikum hat bei einigen dazu geführt, einen Berufswunsch zu festigen oder sogar einen Ausbildungsplatz zu ergattern, wie der Schüler Wasf Alali berichtet und nun sehr motiviert in seine Zukunft blickt. Einigen fiel der Abschied und die Rückkehr in die Schule schwer, weil Kontakte geknüpft und Freundschaften entstanden sind, so die Schülerin Kinza Rizvi. Sie hat ihr Praktikum im Universitätsklinikum Münster absolviert und durfte ganz nah am Patienten arbeiten. Kinza ist sich hinsichtlich ihres Berufswunsch weiterhin ganz sicher: Sie möchte Ärztin werden.

Die Frage nach der Berufswahl oder der weiteren schulischen Laufbahn ist für viele Jugendliche ein heikles Thema, denn hier gilt es, eine Entscheidung zu treffen, welche die ganze Zukunft beeinflusst. Mit dem Fokus auf die Berufsfindung und einen möglichen und gelingenden Übergang in Ausbildung werden die Schülerinnen und Schüler der Internationalen Förderklassen von einem Team aus Lehrerinnen und Lehrern und der Schulsozialarbeit eng betreut. Sie lernen wöchentlich im Rahmen des Faches Berufsorientierung das deutsche Ausbildungssystem, die damit verbundenen Rechte und Pflichten und verschiedene Berufsbilder kennen. Dies alles unterscheidet sich zum Teil sehr von den Strukturen ihrer Heimatländer. Da es aber zwischen theoretischer Aneignung sowie persönlicher und praktischer Erfahrung einen Unterschied gibt, ist ein dreiwöchiges Betriebspraktikum wesentlicher und verpflichtender Bestandteil der Internationalen Förderklassen des Paul-Spiegel-Berufskollegs Warendorf.

Soziales Engagement kommt allen zugute

Soziales Engagement kommt allen zugute

Nach dem Abi wieder in der Schule: Diana Karpov unterstützt die Bildungsarbeit in den Internationalen Förderklassen mit Engagement

In der Abteilung Internationale Förderklassen begleitet sie die Kolleginnen und Kollegen im Unterricht, sie ist Mitglied des Multiprofessionellen Teams, unterstützt bei der Durchführung von Projekten und fördert eine kleine Gruppe von neu Zugewanderten beim Spracherwerb: Seit dem Schuljahr 2018/2019 profitieren sowohl die Lehrerinnen und Lehrer als auch die Schülerinnen und Schüler vom sozialen Engagement von Diana Karpov, die ihr Freiwilliges Soziales Jahr am Paul-Spiegel-Berufskolleg absolviert. Und das mit großem Erfolg. Selbst einen Migrationshintergrund vorweisend konnte sie von Anfang an einen „guten Draht“ zu den Jugendlichen aufbauen und dabei vor allem die zunächst fast ausschließlich Russisch sprechenden Schüler durch Übersetzungen während des Unterrichts oder bei Elterngesprächen unterstützen. Ihr bisheriges Fazit: „Auch ich habe von den Schülerinnen und Schülern viel gelernt. Im interkulturellen Austausch hat sich mein Blick auf viele vermeintlich selbstverständliche Dinge erweitert.“ Eine klassische Win-Win-Situation, wie auch die Kolleginnen und Kollegen der Abteilung Internationale Förderklassenbestätigen: „Wir freuen uns sehr, dass der Kreis Warendorf es uns ermöglicht hat, für die herausfordernden Aufgaben bei der Beschulung von neu Zugewanderten eine FSJ-Stelle einzurichten. Frau Karpov hat sich für alle Beteiligten bereits in kurzer Zeit zu einer unverzichtbaren Kraft entwickelt.“

Für das kommende Schuljahr 2019/2020 ist das Paul-Spiegel-Berufskolleg aktuell wieder auf der Suche nach einer FSJlerin/einem FSJler. Informationen zur Bewerbung unter: www.kreis-warendorf.de

Respekt, Wertschätzung und Miteinander

Respekt, Wertschätzung und Miteinander

Vor dem @ttic (v.l.n.r.): Carolin Herbst, Abteilungsleiterin Internationale Förderklassen, Diana Karpov (FSJ Berufskolleg), Stefan Molz (Leiter @ttic), Petra Sutter (Schulsozialarbeiterin) mit der Internationalen Förderklasse IFK1.

Ankommen! – Unter diesem Motto verbrachten die neu zugewanderten Schülerinnen und Schüler der Internationalen Förderklasse des Paul-Spiegel-Berufskollegs einen Vormittag im Offenen Jugendtreff @ttic im Rahmen ihrer Einführungswoche. Ziel dieser Kooperation zwischen der Einrichtung der Evangelischen Kirchengemeinde Warendorf und dem Berufskolleg war auch in diesem Jahr wieder die Förderung des Klassenzusammenhalts, welche nachweislich eine wichtige Rolle beim erfolgreichen Lernen spielt. Der Leiter des @ttic Stefan Molz bot dazu zusammen mit seinem Team verschiedene gruppendynamische Aktivitäten an, bei denen immer der gegenseitige Respekt, die Wertschätzung des Anderen und das Miteinander im Vordergrund standen.

Weil für die Jugendlichen aber nicht nur der Schulalltag von Bedeutung ist, sondern sich auch im Anschluss an den Unterricht unterschiedlichste Perspektiven eröffnen lassen, wurde der Blick auch auf die Gestaltung der unterrichtsfreien Zeit gerichtet. Hierzu stellte Molz das umfangreiche Programmangebot des @ttic vor, wie z. B. den Interkulturellen Treff, das gemeinsame Kochen oder verschiedene Ausflüge. Dabei wurde immer wieder betont, dass sich die Schülerinnen und Schüler mit ihren Ideen gerne aktiv in die Planung von Aktivitäten einbringen können. Auf diese Weise entstehen zudem zahlreiche Gelegenheiten, Kontakte mit einheimischen Jugendlichen zu knüpfen und so leichter in Warendorf anzukommen. Und dies kann sich wiederum positiv auf das Lernen und das Erreichen der individuellen Bildungsziele auswirken, womit sich der Kreis schließt. Am Ende der Veranstaltung waren sich deshalb alle einig: „Wir werden auf jeden Fall wiederkommen!“

Der Besuch im Offenen Jugendtreff @ttic ist mittlerweile fester Bestandteil des Bildungsgangprogramms der Abteilung Internationale Förderklassen. Informationsmöglichkeiten zum Bildungsgangprogramm: 08.02.2019 ab 15:00 Uhr am Paul-Spiegel-Berufskolleg