Bild: Die Referentinnen und Referenten der CIVIC GmbH Jan Stemman, Marlina Große Westerloh, Nediem Arem, Simon Poell, Lena Katzek, Sara Bandic, Johanna Janßen, Robin Frank, Clara Teichmann (v.l.n.r.) und Roland Niehues (Ansprechpartner Höhere Berufsfachschule Wirtschaft und Verwaltung, 2.v.l.)
Einen Tag lang sind die Schülerinnen und Schüler der Unter- und Oberstufenklassen der Höheren Berufsfachschule Wirtschaft und Verwaltung (Höhere Handelsschule) am Paul-Spiegel-Berufskolleg in ganz besondere Rollen geschlüpft. Verteilt auf vier Gruppen nahmen sie an Planspielen zu Gesetzgebungsverfahren auf Ebene der Europäischen Union teil. Nachdem zunächst Kenntnisse zu Geschichte und Struktur der EU aufgefrischt und vertieft worden waren, fanden sich die Schülerinnen und Schüler am nächsten Tag in verschiedenen Szenarien wieder. Eine Verordnung zu Auflagen für in die EU importierte Kleidung sollte im Planspiel „Global Fashion“ diskutiert und auf den Weg gebracht werden. „Wie soll sich die EU zum Thema „Flüchtlings- und Asylrecht“ aufstellen?“ lautete die Problematik im Planspiel „Destination Europe“. Eine neue Richtlinie zur Bekämpfung des Plastikmüll-Problems sollte erarbeitet werden, denn so „phantastic“ ist „plastic“ keineswegs. Und wie stellt sich die EU zu den Beitrittsbemühungen von Ländern auf dem Balkan auf? Die Schülerinnen und Schüler übernahmen Funktionen von Mitgliedern des Europäischen Parlaments, der Europäischen Kommission und dem Rat der EU. Spezifische Interessensgruppen mussten ebenfalls vertreten werden.
Angeleitet wurden die Lernenden von den sehr engagierten Referentinnen und Referenten der CIVIC GmbH – Institut für politische Bildung, das diese und mehr Planspiele zur Europapolitik anbietet. Die Durchführung am Paul-Spiegel-Berufskolleg war möglich mit der Förderung durch die Karl-Arnold-Stiftung. Das Angebot hat nicht nur Abwechslung in den Stundenplan und die Lerngruppenzusammensetzung gebracht. Die Schülerinnen und Schüler haben auf spielerischem, aber anspruchsvollem Niveau ihr Wissen über Geschichte und Struktur der EU aufgefrischt. Sie haben simulierend geübt, komplexe Fragestellungen zu international aktuellen Entwicklungen aus verschiedenen Perspektiven wahrzunehmen, zu diskutieren und Lösungen auszuhandeln. Lernaktivitäten in bildungsgangspezifischen Fächern wie Volkswirtschaftslehre, Außenwirtschaft und Wirtschaftsrecht können hieran anknüpfen.