5. Februar 2026 | Allgemein: Was sonst noch los ist
Bild: Schülerinnen der Klasse BW11A mit ihrem Entwurf für die Warenpräsentation
Dass modernes Visual Merchandising weit mehr ist als nur das bloße Auffüllen von Regalen, bewiesen die Schülerinnen und Schüler der Klasse BW11A der Berufsfachschule für Wirtschaft und Verwaltung am Paul-Spiegel-Berufskolleg. Im Rahmen eines Projektes mit kreativem Ideenwettbewerb im Wirtschaftsunterricht verwandelte sich das Klassenzimmer in ein Planungszentrum für Verkaufsstrategien. Die Aufgabe: Ein erlebnisorientiertes Verkaufsraumkonzept für die Modellfirma Deko4You zu entwickeln, das die Mitschüler nicht nur als Kunden, sondern als Gäste in eine inspirierende Wohnwelt entführt. Die beeindruckenden Ergebnisse wurden schließlich im „Markt der Möglichkeiten“ präsentiert.
Im Zentrum der Konzepte stand die Frage, wie die vielfältigen Dekorationsartikel von Deko4You – von modernen Wohnaccessoires bis hin zu saisonalen Highlights – emotional inszeniert werden können. Dabei wurde deutlich, dass die Atmosphäre bereits bei der Farb- und Lichtgestaltung beginnt. Diese visuelle Basis harmoniert eng mit der Wahl der Warenträger: Die gebastelten Modelle reichten von puristischen Regalsystemen bis hin zu dekorativen Präsentationstischen, die das Sortiment nicht nur halten, sondern wie auf einer Bühne präsentieren.
Ein entscheidender Faktor für den Erfolg im Handel ist die intuitive Führung des Kunden. Die BW11A analysierte hierfür die optimalen Laufwege und ordneten die Warenträger so an, dass ein natürlicher Fluss durch das Geschäft entsteht. Dabei lernten die Mitschülerinnen und –schüler während der Präsentationen, wie man verkaufsschwache Zonen durch geschickt platzierte „Hingucker“ aufwertet und verkaufsintensive Zonen – wie den Bereich rechts des Eingangs – für trendige Neuheiten nutzt. Auch die ergonomische Warenplatzierung wurde präzise geplant: Produkte in der umsatzstarken Sicht- und Greifzone erleichtern die Kaufentscheidung, während die Bückzone für Basissortimente genutzt wird.
Durch den Einsatz verschiedener Platzierungsstrategien, wie der Bildung von farblich abgestimmten Themenwelten, gelang es den Gruppen, die Artikel von Deko4You als Teil eines ganzheitlichen Lebensgefühls darzustellen. Abgerundet wurde die Raumplanung durch die strategische Wahl des Kassenstandorts. Dieser wurde als finaler Servicepunkt und Zone für spontane Impulskäufe definiert, um das Einkaufserlebnis positiv abzuschließen. Der „Markt der Möglichkeiten“ bot den Schülern eine ideale Plattform, um ihre Konzepte gegenseitig zu bewerten und voneinander zu lernen. Es wurde klar: Wer die Regeln der Warenpräsentation beherrscht, macht aus einem einfachen Ladenbesuch ein bleibendes Erlebnis.
31. Januar 2026 | Allgemein: Was sonst noch los ist
Bild: Der Leistungskurs Erziehungswissenschaft mit Moderatorin Natalia Hryshyna (Bildmitte) und den Fachlehrerinnen Gisela Mersmann (ganz li.) und Stefanie Roberts (ganz re.)
Wie lassen sich demokratische Werte lebendig vermitteln? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Leistungskurs Erziehungswissenschaft der Jahrgangsstufe 13 des Beruflichen Gymnasiums Gesundheit und Soziales mit dem Schwerpunkt Pädagogik am Paul-Spiegel-Berufskolleg in einem interaktiven Workshop zur kulturellen Bildung. Unter dem Titel „Demokratie lernen durch kulturelle Bildung – Interaktiver Online-Workshop zu jüdischem Leben, Toleranz und den demokratischen Werten Janusz Korczaks“ setzten sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit jüdischer Kultur, Geschichte und demokratischen Grundwerten auseinander.
Durchgeführt wurde das Projekt von der Europäischen Janusz Korczak Akademie e. V. aus München. Die Moderation übernahm Natalia Hryshyna. Begleitet wurde der Workshop von den Fachlehrkräften Gisela Mersmann und Stefanie Roberts.
Im Mittelpunkt des Projektes stand die Auseinandersetzung mit dem demokratischen Denken Janusz Korczaks. Der jüdisch-polnische Arzt, Pädagoge und Kinderrechtler setzte sich bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts konsequent für die Rechte und die Würde von Kindern ein und verstand Demokratie als eine Haltung, die auf Respekt, Mitbestimmung und Verantwortung basiert. Diese Perspektive wurde im Workshop aufgegriffen und gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern diskutiert.
„Durch den Workshop habe ich gemerkt, wie wenig ich vorher über jüdisches Leben wusste und wie wichtig es ist, Vorurteile aktiv zu hinterfragen“, berichtet Schülerin Nina Marmann.
Zur anschaulichen Vermittlung jüdischen Lebens wurde die sogenannte „Schatztruhe Judaika“ eingesetzt. Anhand ausgewählter religiöser und kultureller Gegenstände erhielten die Teilnehmenden Einblicke in jüdische Traditionen. In der gemeinsamen Diskussion wurden Parallelen zu Bräuchen und Symbolen der eigenen Kultur gezogen, wodurch kulturelle Gemeinsamkeiten ebenso sichtbar wurden wie Unterschiede.
Ergänzt wurde der Workshop durch ein interaktives Quiz auf der Online-Plattform Kahoot sowie eine Verkostung koscherer Lebensmittel wie Traubensaft und Mazza. Ziel des Projektes war es, Berührungsängste abzubauen, Vorurteile zu reflektieren und ein empathisches Verständnis für jüdisches Leben zu fördern. Gleichzeitig regte der Workshop zur Auseinandersetzung mit demokratischen Werten an.
„Der Workshop hat uns nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch zum Nachdenken über unsere eigenen demokratischen Werte angeregt“, fasst Schülerin Swana Wittenberg ihre Eindrücke zusammen.
Das Projekt machte deutlich, dass Demokratiebildung nicht abstrakt bleiben muss, sondern durch kulturelle Bildung und historische Vorbilder wie Janusz Korczak konkret erfahrbar wird.
27. Januar 2026 | Allgemein: Was sonst noch los ist
Bild: Die Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrkräften und Museumspädagoge Norbert Ellermann (3. v. re.) am ehemaligen Schießstand der SS
Die Klassen BW11A und BW11B der Berufsfachschule Wirtschaft und Verwaltung am Paul-Spiegel-Berufskolleg Warendorf unternahmen ihre dreitägige Studienfahrt in alter Tradition zur Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg in Büren bei Paderborn. Die Schülerinnen und Schüler waren in der Jugendherberge der einzigartigen Dreiecksburg, die aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts stammt, untergebracht. Nach einem herzlichen Empfang gab Museumspädagoge Norbert Ellermann eine kurze audiovisuelle Einführung zur Geschichte des Nationalsozialismus. Danach erkundete die Gruppe gemeinsam den Nordturm der Burg, in dem im Erdgeschoss die berüchtigte Säulenhalle liegt, die als „Obergruppenführersaal“ geplant war. Im Kellergeschoss besichtigte die Gruppe die Gruft, die in Anlehnung an mykenische Kuppelgräber zu einem Weiheraum für tote SS-Führer gestaltet werden sollte. Der Nachmittag wurde zur Erkundung der Umgebung genutzt. Eine Vorführung des Spielfilms „Die Welle“ stand am Abschluss des Tages. Der Film beschäftigt sich damit, wie eine autokratische, faschistoide Bewegung innerhalb einer deutschen Schulklasse entsteht, indem der Lehrer ein Sozialexperiment durchführt, um seinen SchülerInnen die Mechanismen von Diktatur, Macht, Gruppenzwang und die Gefahr des modernen Faschismus zu demonstrieren. Dies gerät jedoch schnell außer Kontrolle. Der Film thematisiert, wie leicht Menschen ihre Individualität für ein Gemeinschaftsgefühl aufgeben und wie schnell demokratische Werte gefährdet werden können, wenn man nicht kritisch bleibt.
Der zweite Tag stand im Zeichen aktiver Erinnerungsarbeit im Workcamp am ehemaligen Schießstand der SS, der den KZ-Wachmannschaften zu Schießübungen und als Exekutionsort diente. Er wurde 1941 von KZ-Häftlingen angelegt, nach dem 2. Weltkrieg verfüllt und geriet lange Zeit in Vergessenheit. Begeistert arbeitete die Schülergruppe mit Schaufeln und Spitzhacken, um die mit Schutt vermischte Erde nach spannenden Fundstücken zu durchsuchen. Am Nachmittag gab es eine Führung durch das Historische Museum, bei der der historische Hexenkeller nicht fehlen durfte. Höhepunkt war dabei das Anprobieren eines legendären ca. 25 kg schweren „Kettenhemdes“ aus der Ritterzeit.
Am Tag der Abreise nahm Norbert Ellermann die Gruppe mit auf einen zeitgeschichtlichen Rundgang durch das Dorf Wewelsburg mit Besichtigung des Geländes des ehemaligen KZ Niederhagen, welches heute eine Wohn- und Gewerbesiedlung beherbergt. Auch das Mahnmal auf dem ehemaligen Appellplatz, welches aus gleichseitigen Dreiecken zu einem großen Dreieck zusammengesetzt ist und an die Opfer der SS-Gewalt in Wewelsburg erinnern soll, war eine beeindruckende Station.
Eine Reflexionsrunde zum Abschluss der dreitägigen Klassenfahrt belegte, wie beeindruckend die Schülerinnen und Schüler von dieser Fahrt waren. Das wunderbare Wetter, der Landschaft, das gute Essen in der Jugendherberge und die spannende Ausgrabung schwärmten. Auch die begleitenden Lehrkräfte Alexandra Giese, Viktoria Tenkhoff, Matthias Ruch und Mathias Schafranitz waren zufrieden mit dieser Studienfahrt, bei der in entspannter und fröhlicher Atmosphäre der Klassenzusammenhalt gestärkt und Erlebnisse miteinander geteilt wurden. Eine tolle Erfahrung, die den Schülerinnen und Schülern als „Erlebnisfahrt Wewelsburg“ in Erinnerung bleiben wird.
27. Januar 2026 | Allgemein: Was sonst noch los ist
Bild: Expertenwissen im Wirtschaftslehreunterricht: Stefan Brinkmann (2.v.l.) informierte rund um das Thema „Unternehmensgründung“
Wie wird aus einer Idee ein tragfähiges Unternehmen? Mit dieser Frage setzten sich die Schülerinnen und Schüler der Oberstufenklassen der Zweijährigen Berufsfachschule für Gesundheit und Soziales am Paul-Spiegel-Berufskolleg intensiv auseinander. Im Rahmen des Wirtschaftslehreunterrichts erhielten sie dabei praxisnahe Unterstützung von einem externen Experten: Sebastian Brinkmann, Gründungsberater der Sparkasse Münsterland Ost, gab fundierte Einblicke in Chancen, Herausforderungen und typische Denkfehler rund um das Thema „Unternehmensgründung“.
Zu Beginn machte Sebastian Brinkmann deutlich, dass jede Gründung im Kopf beginnt – und auf einer realistischen Einschätzung des Marktes basieren muss. Wer erfolgreich gründen wolle, müsse seine Zielgruppe genau kennen, den Wettbewerb analysieren und den konkreten Nutzen der eigenen Idee klar benennen können. Anhand anschaulicher Beispiele zeigte er, wie sich Marktchancen systematisch prüfen lassen. Diese Überlegungen übertrugen die Schülerinnen und Schüler unmittelbar auf eigene Projektideen aus dem sozialen und pflegerischen Bereich.
Besonders eindrücklich schilderte der Referent den Weg von der ersten Ideenskizze über die Erstellung eines Businessplans bis hin zum Gespräch mit der Bank. Dabei erläuterte er auch die Bedeutung öffentlicher Förderinstrumente und ging auf die Rolle von Förderbanken wie der KfW sowie der Bürgschaftsbank ein.
In der anschließenden offenen Fragerunde zeigten die Schülerinnen und Schüler großes Interesse. Sie erkundigten sich unter anderem nach der langfristigen Tragfähigkeit sozialer Geschäftsmodelle, nach Spar- und Finanzierungsstrategien, typischen Anfängerfehlern, mehrjähriger Investitionsplanung und dem notwendigen Startkapital. Brinkmann betonte, wie wichtig es sei, Hemmschwellen gegenüber Banken abzubauen, frühzeitig den Dialog zu suchen und zunächst mit einem einfachen Ideenpapier in das Gespräch zu gehen. Unternehmensgründungen seien zwar immer mit Unsicherheiten verbunden, einige Geschäftsmodelle – etwa ein mobiler Pflegeservice – jedoch gut kalkulierbar, da sie sich bereits am Markt bewährt hätten.
Der Vortrag überzeugte durch die ausgewogene Verbindung von fachlicher Expertise und lebensnahen Fragestellungen. Für viele Schülerinnen und Schüler stellte er einen motivierenden Einstieg in unternehmerisches Denken dar – und möglicherweise den ersten Schritt auf dem Weg zu einer späteren eigenen Gründung.
22. Januar 2026 | Allgemein: Was sonst noch los ist
Die Schülerinnen und Schüler der Unterstufe der Industriekaufleute (IKKU1) am Paul-Spiegel-Berufskolleg Warendorf haben die Unternehmen Westfälische Fleischwarenfabrik Stockmeyer GmbH und technotrans SE besucht. Organisiert wurde der Unterrichtsgang von den jeweils im Betrieb tätigen Auszubildenden. Bei Stockmeyer in Sassenberg-Füchtorf erhielt die Gruppe zunächst einen Überblick über das Unternehmen. Anschließend wurden die Informationen in einem Betriebsrundgang anschaulich vertieft. Traditionell dreht sich bei Stockmeyer seit dem Jahr 1913 alles um Wurst- und Fleischwaren. Zur Stockmeyer-Gruppe gehören die Westfälische Fleischwarenfabrik Stockmeyer GmbH (Sassenberg-Füchtorf) und der polnische Hersteller Balcerzak (Sława, Polen). Als zweiten Betrieb besuchten die Auszubildenden die „technotrans SE“ mit Sitz in Sassenberg. technotrans SE ist ein international tätiges Unternehmen, das sich auf innovative Lösungen im Bereich der Flüssigkeits- und Temperaturmanagementsysteme spezialisiert hat. Gegründet im Jahr 1970, hat sich technotrans zu einem führenden Anbieter von Technologien entwickelt, die in verschiedenen Branchen Anwendung finden, darunter Maschinenbau, Drucktechnik, Medizintechnik und erneuerbare Energien. Die Auszubildenden sahen, wie Bestellungen kommissioniert, verpackt und für den Versand vorbereitet werden, und erfuhren, welche Bedeutung eine gut organisierte Logistik für die termingerechte Auslieferung der Produkte hat. Durch außerschulische Lernorte haben die Berufsschülerinnen und -schüler die Möglichkeit, regionale Industriebetriebe kennenzulernen und Theorie und Praxis miteinander zu verbinden.