„Heiße Feier“ zum Ende der Schulzeit
Foto: Die Abiturientia 2026 der Beruflichen Gymnasien der Fachrichtungen Wirtschaft und Verwaltung sowie Gesundheit und Soziales (Foto: Franca Porsch)
„Willkommen zur heißesten Feier, die ich je an dieser Schule erlebt habe!“ Die einleitenden Worte von Schulleiter Udo Lakemper waren nicht nur im übertragenen Sinne, sondern wörtlich gemeint, als die Abiturientinnen und Abiturienten des Paul-Spiegel-Berufskollegs aus den Gymnasien der Fachrichtungen Wirtschaft und Verwaltung sowie Gesundheit und Soziales feierlich kürzlich verabschiedet wurden. Nach einem gemeinsamen Gottesdienst in der Marienkirche hatte man sich in der großen Pausenhalle zusammen mit Eltern, Großeltern, Geschwistern und Freunden versammelt, um die Übergabe der Abiturzeugnisse und den Abschied von der Schule würdig zu begehen. Das Thermometer kletterte auf 31°C, und auch die vier großen Ventilatoren konnten nur bedingt Abhilfe leisten, sodass viele Anwesende in der festlichen Garderobe ordentlich ins Schwitzen kamen. Nichtsdestotrotz erhielten die Abiturientinnen und Abiturienten für ihren weiteren Weg noch viele gute Wünsche, Rückblicke, Denkanstöße, mahnende Worte, Nachdenkliches, Erbauliches und Erheiterndes mit auf den Weg.
Schulleiter Udo Lakemper machte mit seiner Rede den Anfang und plädierte für den Gemeinschaftssinn, der nicht nur hilfreich gewesen sei, die schwere Prüfungsphase im Abiturstress gemeinsam durchzustehen, sondern der auch ein Bollwerk gegen antidemokratische Kräfte im Land darstelle, die das Einsamkeitsgefühl junger Menschen ausnutzten, um durch ein ausgrenzendes Weltbild künstlichen Halt zu suggerieren. Er ermutigte die Absolventinnen und Absolventen, selbstwirksam zu werden und sich in den unterschiedlichsten Gremien und Kreisen für ein funktionierendes Miteinander einzusetzen.
Die Abteilungsleiterin der Beruflichen Gymnasien, Sylvia Sahl-Beck, bezog sich in ihrer Rede auf das diesjährige Abi-Motto: „FerrAbi 2026 – Wir haben die Kurve gekratzt“. Unterstützt von Original-Rennflaggen aus der Formel 1 gab sie einen Überblick über die vergangenen drei Jahre der gymnasialen Oberstufe und einen Ausblick auf die geplanten Studien- und Ausbildungswege der Absolventinnen und Absolventen, wobei sie konsequent in der Formel-1-Terminologie blieb und die Abiturientia als Rennfahrerinnen und Rennfahrer bezeichnete. Sie dankte den „Boxencrews“, allen Unterstützenden auf dem Weg zum Abitur, und wünschte zum Abschluss „Freie Fahrt, immer Rückenwind und alles Gute!“.
Auch die Klassenlehrerinnen der GW13A und GE13A, Sabine Laarmann und Gisela Mersmann, nutzten die Metaphern von Rückenwind und Gegenwind bei ihrem fotounterstützten Rückblick auf die vergangene drei Jahre. Sie verglichen Hausaufgaben und Nachmittagsunterricht mit leichten Böen, während mehrstündige Klausuren schon als handfeste Stürme daherkamen. Um im Gegenwind nicht umzuknicken, empfahlen sie den Schülerinnen und Schülern, eine feste Haltung zu entwickeln und Informationen kritisch zu überprüfen. Sabine Laarmann überraschte ihre Klasse noch mit einem selbstgefertigten Video zum Song „Lieder“ von Adel Tawil. In die Originalcover der im Lied erwähnten Titel hatte sie Fotomontagen von Klassenmitgliedern eingebaut, was im Publikum für Heiterkeit sorgte.
Als Klassenlehrerin der GW13B hatte auch Friederike Schulze Eckel einige gute Tipps parat. Sie bezog sich auf ein Video, in dem durch experimentelles Zusammenpanschen von Süßigkeiten und Alkohol verschiedene Brühen hergestellt wurden. Dem gegenüber stand ein Topf mit „Mamas Brühe“, von dem Friederike Schulze Eckel vermutete, dass er die wohlschmeckendste Brühe enthalte. Sie ermutigte die Abiturientia dennoch zu Experimentierfreude beim Finden ihres Lebensweges. Neue Rezepte seien nur durch Mut und Vertrauen zu finden, und Fehlschläge seien Teil des Lernprozesses. Und wenn alles misslänge, könne es nicht schaden, auch einmal von „Mamas Brühe“ zu kosten, denn auch ein bewährtes Rezept sei einst durch mutiges Experimentieren entstanden.
Auch die Klassensprecherinnen kamen zu Wort. Merle Brinkmann und Lisa Tönnemann beschrieben in ihrer Rede den Zwiespalt zwischen Freude und Trauer, den dieser Tag bei ihnen auslöse – Freude über das bestandene Abitur, die gemeisterte Herausforderung, und Trauer über den Abschied von liebgewonnenen Menschen und Gewohnheiten. Sie dankten allen Lehrkräften und besonders Abteilungsleiterin Sylvia Sahl-Beck für Unterstützung, Geduld und das Vermitteln von Werten.
Merle Rother und Josephine Wiegard stellten in ihrer Rede die entstandene Gemeinschaft über den Perfektionismus: „Auch wenn wir nicht jede Kurve elegant genommen haben- wir haben alle dasselbe Ziel verfolgt und heute haben wir dieses Ziel erreicht!“ Neben dem Dank an die Lehrkräfte und insbesondere Klassenlehrerin Gisela Mersmann machten die beiden ihren Lehrerinnen und Lehrern noch ein schönes Kompliment: „Wir werden uns vielleicht nicht mehr an jede Formel, jede Theorie oder jede Definition erinnern, aber wir werden uns an die Menschen erinnern, die uns diese Dinge beigebracht haben.“
Besonderen Grund zum Stolz auf die erreichten Leistungen hatten die jeweils drei Besten des Jahrgangs. Dies waren im Beruflichen Gymnasium für Gesundheit und Soziales Mirjana Munivrana Figueiredo, Swana Wittenberg und Lúcia Munivrana Figueiredo (jeweils Note 1,6) und im Beruflichen Gymnasium für Wirtschaft und Verwaltung Lena Pohlmann, Jana Giesen (jeweils 1,5) sowie Lisa Tönnemann (1,3).
Musikalisch begleitet wurde die Feier durch Musiklehrerin Ulrike Eselgrim am Klavier.
Am Abend wurde beim Abiball im Haus Allendorf bei tropischen Temperaturen noch ausgiebig bis spät in die Nacht gemeinsam gefeiert.
