Angehende Industriekaufleute besuchen Ausbildungsbetriebe in Sassenberg

Angehende Industriekaufleute besuchen Ausbildungsbetriebe in Sassenberg

Die Schülerinnen und Schüler der Unterstufe der Industriekaufleute (IKKU1) am Paul-Spiegel-Berufskolleg Warendorf haben die Unternehmen Westfälische Fleischwarenfabrik Stockmeyer GmbH und technotrans SE besucht. Organisiert wurde der Unterrichtsgang von den jeweils im Betrieb tätigen Auszubildenden. Bei Stockmeyer in Sassenberg-Füchtorf erhielt die Gruppe zunächst einen Überblick über das Unternehmen. Anschließend wurden die Informationen in einem Betriebsrundgang anschaulich vertieft. Traditionell dreht sich bei Stockmeyer seit dem Jahr 1913 alles um Wurst- und Fleischwaren. Zur Stockmeyer-Gruppe gehören die Westfälische Fleischwarenfabrik Stockmeyer GmbH (Sassenberg-Füchtorf) und der polnische Hersteller Balcerzak (Sława, Polen). Als zweiten Betrieb besuchten die Auszubildenden die „technotrans SE“ mit Sitz in Sassenberg. technotrans SE ist ein international tätiges Unternehmen, das sich auf innovative Lösungen im Bereich der Flüssigkeits- und Temperaturmanagementsysteme spezialisiert hat. Gegründet im Jahr 1970, hat sich technotrans zu einem führenden Anbieter von Technologien entwickelt, die in verschiedenen Branchen Anwendung finden, darunter Maschinenbau, Drucktechnik, Medizintechnik und erneuerbare Energien. Die Auszubildenden sahen, wie Bestellungen kommissioniert, verpackt und für den Versand vorbereitet werden, und erfuhren, welche Bedeutung eine gut organisierte Logistik für die termingerechte Auslieferung der Produkte hat. Durch außerschulische Lernorte haben die Berufsschülerinnen und -schüler die Möglichkeit, regionale Industriebetriebe kennenzulernen und Theorie und Praxis miteinander zu verbinden.

„Gemeinsam. Gerade jetzt!“ – Aufklären über AIDS

„Gemeinsam. Gerade jetzt!“ – Aufklären über AIDS

Bild: Angelina Ens, Sura Gasimova und Hala Tayeb (v.l.n.r.) an einer der Info-Stationen zum Thema AIDS

Seit 1988 wird in jedem Jahr am ersten Dezember der Welt-AIDS-Tag begangen. Die Bekämpfung von HIV und die Solidarität mit HIV-positiven Menschen stehen an diesem Tag weltweit im Mittelpunkt. Die aktuelle Kampagne der deutschen AIDS-Hilfe steht unter dem Motto „Gemeinsam. Gerade jetzt!“ Symbolisiert wird die Aktion durch Steine, die nacheinander kippen bis alles am Boden liegt. Sie soll auf die weltweiten Kürzungen der Maßnahmen gegen HIV aufmerksam machen. Die USA und Länder der EU, beispielsweise auch Deutschland, kürzten finanzielle Mittel für die Bekämpfung von AIDS. Diese Entwicklung könnte laut der deutschen AIDS-Hilfe gravierende Folgen haben und Millionen Menschen das Leben kosten, weil Ressourcen für Prävention und Therapie fehlen würden.

Die Oberstufe der Fachoberschule für Gesundheit und Soziales des Paul-Spiegel-Berufskollegs Warendorf möchte ihren Beitrag zur Prävention leisten und hat wie jedes Jahr auch im letzten Dezember zum Welt-AIDS-Tag einen Informationstag für die Schulgemeinschaft veranstaltet. Im Vorfeld haben sich die Schülerinnen und Schüler der Klasse FOSO1 mit den Themen HIV und AIDS in einer Projektarbeit beschäftigt und Informationen für interessierte Klassen zusammengestellt. Diese präsentierten sie an verschiedenen Ständen im Selbstlernzentrum des Berufskollegs. Unterstützt wurden die Schülerinnen und Schüler von Fachlehrerin Angelika Flinkert, Mitarbeiterinnen des Gesundheitsamtes des Kreises Warendorf und der AIDS-Hilfe Ahlen. Aufklärung ist ein wichtiges Puzzleteil von Prävention. Wenn Jugendliche und junge Erwachsene über die Gefahren der Infektion und mögliche Schutzmaßnahmen informiert sind, können sie sich selbst und andere schützen. Die FOSO1 informierte über Risikogruppen, Übertragungswege, die weltweite Verbreitung des Virus, Testverfahren und Präventionsmaßnahmen.

Aktuelle Maschinentechniken in der Ausbildung

Aktuelle Maschinentechniken in der Ausbildung

Foto: Fachlehrer Jochen Alberts (li.) und Christoph Rösmann wollen im Bereich digitale Planungs- und Fertigungsverfahren ausbilden

Die Anforderungen an die berufliche Bildung und das Lernen ändern sich durch den digitalen Wandel auch in der Berufsausbildung zur Tischlerin und zum Tischler. Seit Beginn des Schuljahres bietet die Abteilung Holztechnik des Paul-Spiegel-Berufskollegs daher die Zusatzqualifikation „Digitale Planung und Fertigung im Tischlerhandwerk“ an. Die Effektivität digitaler Planungs- und Fertigungsverfahren hängt vornehmlich direkt vom Qualifikationsstand der zuständigen Mitarbeitenden ab. Die Fortbildung ermöglicht daher nicht nur eine praxisnahe Ausbildung, sondern stärkt auch die Wettbewerbsfähigkeit der Absolventinnen und Absolventen auf dem Arbeitsmarkt. Die Inhalte der Zusatzqualifikation orientieren sich an der beruflichen Wirklichkeit im Tischlerhandwerk. Dabei kommen aktuellste Maschinentechniken zum Einsatz, wie z.B. das 5-Achs-CNC-Bearbeitungszentrum. Die beweglichen Achsen können komplexe Formen und Designs realisieren, die mit herkömmlichen Maschinen nur schwer umsetzbar sind. Die Fachlehrer Christoph Rösmann und Jochen Alberts haben bereits entsprechende Fortbildungen besucht und freuen sich auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Komplexe Entscheidungsprozesse auf EU-Ebene simuliert

Komplexe Entscheidungsprozesse auf EU-Ebene simuliert

Bild: Die Referentinnen und Referenten der CIVIC GmbH Jan Stemman, Marlina Große Westerloh, Nediem Arem, Simon Poell, Lena Katzek, Sara Bandic, Johanna Janßen, Robin Frank, Clara Teichmann (v.l.n.r.) und Roland Niehues (Ansprechpartner Höhere Berufsfachschule Wirtschaft und Verwaltung, 2.v.l.)

Einen Tag lang sind die Schülerinnen und Schüler der Unter- und Oberstufenklassen der Höheren Berufsfachschule Wirtschaft und Verwaltung (Höhere Handelsschule) am Paul-Spiegel-Berufskolleg in ganz besondere Rollen geschlüpft. Verteilt auf vier Gruppen nahmen sie an Planspielen zu Gesetzgebungsverfahren auf Ebene der Europäischen Union teil. Nachdem zunächst Kenntnisse zu Geschichte und Struktur der EU aufgefrischt und vertieft worden waren, fanden sich die Schülerinnen und Schüler am nächsten Tag in verschiedenen Szenarien wieder. Eine Verordnung zu Auflagen für in die EU importierte Kleidung sollte im Planspiel „Global Fashion“ diskutiert und auf den Weg gebracht werden. „Wie soll sich die EU zum Thema „Flüchtlings- und Asylrecht“ aufstellen?“ lautete die Problematik im Planspiel „Destination Europe“. Eine neue Richtlinie zur Bekämpfung des Plastikmüll-Problems sollte erarbeitet werden, denn so „phantastic“ ist „plastic“ keineswegs. Und wie stellt sich die EU zu den Beitrittsbemühungen von Ländern auf dem Balkan auf? Die Schülerinnen und Schüler übernahmen Funktionen von Mitgliedern des Europäischen Parlaments, der Europäischen Kommission und dem Rat der EU. Spezifische Interessensgruppen mussten ebenfalls vertreten werden.
Angeleitet wurden die Lernenden von den sehr engagierten Referentinnen und Referenten der CIVIC GmbH – Institut für politische Bildung, das diese und mehr Planspiele zur Europapolitik anbietet. Die Durchführung am Paul-Spiegel-Berufskolleg war möglich mit der Förderung durch die Karl-Arnold-Stiftung. Das Angebot hat nicht nur Abwechslung in den Stundenplan und die Lerngruppenzusammensetzung gebracht. Die Schülerinnen und Schüler haben auf spielerischem, aber anspruchsvollem Niveau ihr Wissen über Geschichte und Struktur der EU aufgefrischt. Sie haben simulierend geübt, komplexe Fragestellungen zu international aktuellen Entwicklungen aus verschiedenen Perspektiven wahrzunehmen, zu diskutieren und Lösungen auszuhandeln. Lernaktivitäten in bildungsgangspezifischen Fächern wie Volkswirtschaftslehre, Außenwirtschaft und Wirtschaftsrecht können hieran anknüpfen.

Spendenübergabe an ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst „Königskinder“

Spendenübergabe an ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst „Königskinder“

Bild: Silke Kreuznacht, Merle Gröne, Tristan Mußmann, Sylvia Sahl-Beck (Abteilungsleitung Berufliches Gymnasium) (v.l.n.r.)

Merle Gröne und Tristan Mußmann haben im Namen des Abiturjahrgangs 2025 des Beruflichen Gymnasiums für Gesundheit und Soziales mit dem Schwerpunkt Pädagogik am Paul-Spiegel-Berufskolleg des Kreises Warendorf eine Spende in Höhe von 513,52 Euro an den ambulanten Hospizdienst Königskinder überreicht. Die Übergabe erfolgte an Silke Kreuznacht, Sekretariat und Teamassistenz, die die Spende stellvertretend entgegennahm.

Der Abschlussjahrgang hatte im Laufe des Schuljahres durch verschiedene schulische Aktionen und Projekte Geld gesammelt, um sich eine gelungene Abschlussfeier zu ermöglichen. Dazu zählten unter anderem Verkaufsaktionen, Sammlungen sowie Beiträge im Rahmen schulischer Veranstaltungen. Durch das gemeinsame Engagement kam eine Summe zusammen, die eine würdige Feier zum Ende der Schulzeit erlaubte.

Nach der erfolgreichen Abschlussfeier und der Begleichung aller anfallenden Kosten blieb ein Überschuss in der Abi-Kasse bestehen. Schnell war sich die Klasse einig, dieses restliche Geld nicht für private Zwecke zu verwenden, sondern für einen guten Zweck zu spenden. Da insgesamt 1.540,56 Euro übrig waren, entschied sich die Abschlussklasse dafür, den Betrag auf drei gemeinnützige Organisationen aufzuteilen und damit gleich mehrfach zu helfen. Neben dem ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst „Königskinder“ gingen jeweils rund 500 Euro an den Kinderschutzbund Kreisverband Warendorf sowie an die Kinderkrebshilfe Münster e. V.

„Das soziale Engagement unserer Schülerinnen und Schüler macht uns sehr stolz – es zeigt, wie wichtig ihnen Verantwortung und Mitmenschlichkeit sind“, betonte Sylvia Sahl-Beck, Abteilungsleiterin des Bildungsgangs.

Der ambulante Hospizdienst Königskinder begleitet in Münster und Umgebung Familien, in denen ein Kind, Jugendlicher oder junger Erwachsener an einer lebensverkürzenden Erkrankung leidet. Die Mitarbeitenden unterstützen Betroffene von der Diagnosestellung bis über den Tod hinaus und bieten vielfältige Hilfen wie ehrenamtliche Familienbegleitung, Entlastungsangebote, Geschwistergruppen und Gespräche für Eltern. Ziel ist es, in einer besonders belastenden Lebensphase Orientierung, Zuversicht und Unterstützung zu geben.

Mit ihrer Spende möchten die ehemaligen Abiturientinnen und Abiturienten nicht nur finanzielle Unterstützung leisten, sondern auch ihre Wertschätzung für die wichtige Arbeit des Hospizdienstes zum Ausdruck bringen. Die Aktion zeigt eindrucksvoll, dass soziales Engagement und Mitgefühl feste Bestandteile des schulischen Miteinanders am Paul-Spiegel-Berufskolleg sind – und dass der Abiturjahrgang 2025 seinen Abschluss nicht nur feierlich begangen, sondern auch mit einem starken Zeichen der Solidarität verbunden hat.

 

Beeindruckende Studienfahrt zur Gedenkstätte Wewelsburg

Beeindruckende Studienfahrt zur Gedenkstätte Wewelsburg

Bild: Die Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrkräften und Museumspädagoge Norbert Ellermann (3. v. re.) am ehemaligen Schießstand der SS

Die Klassen BW11A und BW11B der Berufsfachschule Wirtschaft und Verwaltung am Paul-Spiegel-Berufskolleg Warendorf unternahmen ihre dreitägige Studienfahrt in alter Tradition zur Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg in Büren bei Paderborn. Die Schülerinnen und Schüler waren in der Jugendherberge der einzigartigen Dreiecksburg, die aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts stammt, untergebracht. Nach einem herzlichen Empfang gab Museumspädagoge Norbert Ellermann eine kurze audiovisuelle Einführung zur Geschichte des Nationalsozialismus. Danach erkundete die Gruppe gemeinsam den Nordturm der Burg, in dem im Erdgeschoss die berüchtigte Säulenhalle liegt, die als „Obergruppenführersaal“ geplant war. Im Kellergeschoss besichtigte die Gruppe die Gruft, die in Anlehnung an mykenische Kuppelgräber zu einem Weiheraum für tote SS-Führer gestaltet werden sollte. Der Nachmittag wurde zur Erkundung der Umgebung genutzt. Eine Vorführung des Spielfilms „Die Welle“ stand am Abschluss des Tages. Der Film beschäftigt sich damit, wie eine autokratische, faschistoide Bewegung innerhalb einer deutschen Schulklasse entsteht, indem der Lehrer ein Sozialexperiment durchführt, um seinen SchülerInnen die Mechanismen von Diktatur, Macht, Gruppenzwang und die Gefahr des modernen Faschismus zu demonstrieren. Dies gerät jedoch schnell außer Kontrolle. Der Film thematisiert, wie leicht Menschen ihre Individualität für ein Gemeinschaftsgefühl aufgeben und wie schnell demokratische Werte gefährdet werden können, wenn man nicht kritisch bleibt.

Der zweite Tag stand im Zeichen aktiver Erinnerungsarbeit im Workcamp am ehemaligen Schießstand der SS, der den KZ-Wachmannschaften zu Schießübungen und als Exekutionsort diente. Er wurde 1941 von KZ-Häftlingen angelegt, nach dem 2. Weltkrieg verfüllt und geriet lange Zeit in Vergessenheit. Begeistert arbeitete die Schülergruppe mit Schaufeln und Spitzhacken, um die mit Schutt vermischte Erde nach spannenden Fundstücken zu durchsuchen. Am Nachmittag gab es eine Führung durch das Historische Museum, bei der der historische Hexenkeller nicht fehlen durfte. Höhepunkt war dabei das Anprobieren eines legendären ca. 25 kg schweren „Kettenhemdes“ aus der Ritterzeit.

Am Tag der Abreise nahm Norbert Ellermann die Gruppe mit auf einen zeitgeschichtlichen Rundgang durch das Dorf Wewelsburg mit Besichtigung des Geländes des ehemaligen KZ Niederhagen, welches heute eine Wohn- und Gewerbesiedlung beherbergt. Auch das Mahnmal auf dem ehemaligen Appellplatz, welches aus gleichseitigen Dreiecken zu einem großen Dreieck zusammengesetzt ist und an die Opfer der SS-Gewalt in Wewelsburg erinnern soll, war eine beeindruckende Station.

Eine Reflexionsrunde zum Abschluss der dreitägigen Klassenfahrt belegte, wie beeindruckend die Schülerinnen und Schüler von dieser Fahrt waren. Das wunderbare Wetter, der Landschaft, das gute Essen in der Jugendherberge und die spannende Ausgrabung schwärmten. Auch die begleitenden Lehrkräfte Alexandra Giese, Viktoria Tenkhoff und Matthias Ruch waren mit dieser Studienfahrt, bei der in entspannter und fröhlicher Atmosphäre  der Klassenzusammenhalt gestärkt und Erlebnisse miteinander geteilt wurden. Eine tolle Erfahrung, die den Schülerinnen und Schülern als „Erlebnisfahrt Wewelsburg“ in Erinnerung bleiben wird.