Die Klasse BFSO1 und ihre Lehrkräfte bedankten sich für den Besuch von Christian Homburg (vorn Mitte) und Franca Grüter.

Nach diesem Motto lebt der 23-jährige Christian Homburg mit der Muskeldystrophie Duchenne. In Vorbereitung auf den Themenbereich „Menschen mit Behinderungen“ und das bevorstehende Praktikum in diesem Berufsfeld konnte die Klasse BFSO1 der Berufsfachschule Sozialwesen den jungen Mann gewinnen, um aus seiner Perspektive das Leben eines jungen Erwachsenen mit einer körperlichen Behinderung darzustellen.

In seinem Vortrag berichtete Christian Homburg über seine Handicaps im Alltag und deren Bewältigung. Er selbst bezeichnet Menschen mit Behinderungen als „Menschen mit gewissen Vorzügen“ und genau diese Vorzüge verdeutlichte er den Schülerinnen und Schülern der BFSO1 des Paul-Spiegel-Berufskollegs. Gespannt folgte die Lerngruppe den Ausführungen über zahlreiche Reisen, seinen beruflichen Alltag als technischer Produktdesigner bei Thyssen Krupp und sein Hobby Powerchair-Hockey bei den Hurricanes in Bochum. Die Vorführung seines E-Rolleys mit Roboterarm wurde von den Anwesenden mit großem Interesse wahrgenommen. Christian Homburg verdeutlichte den Schülerinnen und Schülern den hohen Stellenwert von Selbstständigkeit und einem selbstbestimmten Leben. In diesem Zusammenhang berichtete er von seiner jetzigen Wohnsituation und dem Aufbau seines eigenen Pflege- und Betreuungsteams. Seit dem Sommer 2019 hat er eine 24-Stunden-Assistenz, die sich aus einem neun Personen starken Team zusammensetzt. Christian Homburg wurde ins Paul-Spiegel-Berufskolleg von Franca Grüter begleitet, die als Teilzeitkraft bei ihm angestellt ist. Sie gab den zukünftigen Sozialassistenten und Sozialassistentinnen einen Einblick in ihre berufliche Tätigkeit.

Die Schülerinnen und Schüler bewunderten Christian Homburgs positive Einstellung zum Leben und sprachen ihm einen großen Dank aus, dass er sich bereiterklärt hatte, den Unterricht zu besuchen und so offen über sein Leben zu berichten. Seine und Franca Grüters Offenheit und der lockere Umgang mit den alltäglichen Hindernissen verdeutlichte allen Anwesenden, dass es Barrieren nur in den Köpfen der Menschen gibt.